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Dienstag, 11. Juli 2017

Sag mir wo die Blogger sind!

Manchmal jagt ein Projekt das nächste. Man fiebert von einer Sache zur anderen, arbeitet viel oder auch wenig, wartet auf ein bestimmtes Geschehnis und verbringt diese Wartezeit mit einem Gefühl der Anstrengung und dem Empfinden verplant zu sein wie selten zuvor. Besonders mit Kindern ziehen die Wochen und Monate so furchtbar schnell vorbei. So ist das. Und das ist nicht tragisch, aber irgendwie habe ich genug davon.
Vielen meiner liebsten Bloggern von früher scheint es ähnlich zu gehen. Oft werden nur noch hastig Schnappschüsse auf Instagram gepostet, die kurze Alltagsmomente wiedergeben. Manche ziehen zu youtube um und filmen ihren Tag, oft richten sich die Themen dabei nach zahllosen Sponsoren. Selten findet man ausführliche Basteltips, Gedankenspaziergänge oder Nähprojekte, Flohmarktschätze oder Kochexperimente in Blogposts wie sie damals die wunderbare Frau Liebe geschrieben hat.
Unser Leben wird von den kleinen Sonnensprossen, dem grauen Alltag und den bunten Erlebnissen durcheinandergewirbelt. Alles wird immer schneller, wie auf der Kirmes. Es braucht einen Plan um schöne Dinge wieder eine feste Größe werden zu lassen. Sie bewusster wahrzunehmen. Egal was sonst noch so passiert. Und da ja alles übersichtlicher wird wenn man es dokumentiert und Bloggen sowas Schönes ist wird hier ab jetzt wieder wöchentlich gezeigt, erzählt und fotografiert. Das verspreche ich mir selbst. In diesem Sinne, Leinen los und auf geht´s!


Montag, 2. Mai 2016

Nur leere Worte...

... aber sooo schöne! Das Kind spricht den ganzen Tag und sagt so unglaublich schöne Dinge.
Manchmal schon fast philosophisch. Und oft auch einfach lustige, wenig tiefsinnige Aussrpüche.
Dennoch, manche sind es Wert, dass man sie sich merkt.

Getrunken wird jetzt nicht mehr mit dem Trondheim, sondern mit dem Stromhalm. Auch nicht schlecht. Haare schneidet die Frau Sör und wenn man etwas verschüttet dann gibt es eine Riesen-Sauberei. Bestimmt weil man schließlich sofort mit dem Aufwischen beginnt. Logisch.

Isst man etwas, dass vom Kind begehrt wurde, dann wird man mit großen Augen aufgefordert: - - Schluck das wieder raus!
Und auch sonst scheut es sich keinesfalls, seine Begehrlichkeiten frei heraus kund zu tun:
Im Baumarkt läuft es auf Schrank-große Herren zu, stoppt mit den kleinen Händen deren entgegenkommende Einkaufswagen und ruft rundheraus in ihr Gesicht: - Ich hab den jetzt!
Im Eiscafé wird nach fremden Damen geweint: - Ich will die haben die Frau!
Und ein neues Baby im Bekanntenkreis wird auch ohne Scheu kommentiert:
- Wie findest du den Kleinen? - Sieht lecker aus!

Immerhin beginnt er nun auch sich selbst zu maßregeln: - Noch eiiiin Gummibärchen. Dann aber genug für heute!So. Jetzt aber genug für heute! Noch eiiin... Dann aber wörklich genug.
Er gibt sich selbst recht oft nach. Aber er versucht es wenigstens. Ich nenne es Autoautoritäre Erziehung...

Mittwoch, 6. Mai 2015

Klößchen gegen Midlife Crisis...

Haben Frauen eine Midlife crisis? Ich fürchte schon. Irgendwie. Ich hoffe es gilt hier die gleiche Regel wie beim Schnupfen: Kommt ´ne Woche, geht ´ne Woche. Vorsorglich - und weil ich mich eben nur mit der Behandlung von Schnupfen auskenne - habe ich eine Grießklößchensuppe gekocht. Erstmals mit selbstgemachten Klößchen, das hilft sicher noch bedeutend besser. Bisher gab es die nur aus der Tüte...
Folgendermaßen gemacht und mit völliger Begeisterung gegessen:
Auf 1 Ei
kommen 100g Grieß
und 50g Butter.
Muskat und Salz.
Butter schmelzen, Grieß einrühren, Ei unterrühren, kalt stellen, Nocken abstechen.
10 min in der Suppe gar ziehen lassen.
Hmmmm...
Landgemüse dazu. Fertig.
Hilft.




Freitag, 20. Februar 2015

Auf der Suche nach Regeln



Ich stehe auf das geschriebene Wort. Schon in meiner Studentenbude hingen Songtexte an den Wänden, im Kinderzimmer habe ich Gedichte auf schönes Papier gepaust. Ich war letztens auf der Suche nach einem dieser gerade so modernen Plakate mit gedruckten Regeln oder Hausordnungen. Ich musste feststellen, dass es nix gibt, das so einhundertprozentig passte. Zu lang, zu kurz, zu schwulstig, zu lustig zu ernst....Und da dachte ich mir, schreib ich meine eigenen für meinen Kleinen. Es ist - wie soll ich es sagen - gaaaanz entscheidend viel kitschiger geworden als geplant... Aber so ist es nun eben und es ist gut und jetzt muss ich sie nur noch schön schreiben und illustrieren. NUR NOCH. Haha.
(Man kommt zu verhältnismäßig wenig außer dem normalen Alltagswahnsinn, wenn ein gewisses Norovirus die Beinchen unter den Küchentisch steckt. Schön zeitversetzt mal bei diesem mal bei jenem. Aber es wird schon werden.)
Also. Here we go:


Sei freundlich.
Stehe mit beiden Füßen fest auf dem Boden.
Heb ab und zu auch mal ab.
Lies gute Bücher.
Wenn du etwas wirklich willst, dann gib Dein Bestes.
Verschwende keinen Gedanken an Perfektion. Den Göttern sei Dank - es gibt sie nicht.
Gehe regelmäßig durch den Wald und höre ihm zu.
Blicke demütig auf dein Leben und erkenne Dein großes Glück.
Blinzele in die Sonne und bestell Dir noch ein Eis.
Urteile nicht vorschnell. Verständnis braucht Zeit.
Erkenne die Schönheit des Andersseins.
Such Dir Verbündete.
Lerne Kochen, Liebe geht durch den Magen!
Hadere nie mit Deinem Schicksal. Aber fordere es ab und an heraus.
Zieh Dich warm an und geh raus. Es gibt kein schlechtes Wetter.
Übe Geduld mit Dir und mit Anderen. 
Hilf Raupen über die Straße - und Kröten auch!
Lerne zu verzeihen. So schläft es sich viel besser.
Verwende immer mehr Engergie darauf Dinge zu ändern, als über sie zu klagen.
Tschakka, Du kannst das!
Verbringe viel Zeit mit lieben Menschen.
Verbringe ausreichend Zeit mit Dir selbst.
Niemals Gewalt!
Tanze wann immer sich die Gelegenheit bietet.
Es ist egal was du trägst, Hauptsache du kombinierst es mit einem Lächeln im Gesicht!
Es steht Dir soo gut!
Sei zuversichtlich und mache immer den nächsten Schritt. Nur so geht es voran.
Musik hilft beim Traurigsein. Und überhaupt bei allem.
Betrachte nichts als selbstverständlich, aber alles als möglich.
Sei gut zu unserer Erde.
Reise, um sie etwas besser kennen zu lernen.
Setze mutig die Segel - nur wo der rauhe Wind pfeift warten die schönsten Abenteuer!
Vergiss nie wo Dein Hafen ist.
Kehre zurück wann immer Dir danach ist.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Vom Wohnen, vom Wohnen mit Kind und von kleinen Wohnungen....achja, und von Pferden ;)

Kochen, Werkeln und Zusammensein. Wohnen und leben, leben und wohnen, letzten Endes dreht sich darum alles, besonders auch in unseren Blogs. Wir mögen es hübsch und praktisch, selbstgemacht und ökologisch. Und werden dabei doch stärker von der vorherrschenden Wohnmode beeinflusst als wir denken. Und ich meine nicht in den Stil unserer Einrichtung, sondern die Wohnstatt an sich.
Vor nun längerer Zeit habe ich geschrieben, dass ich Stunden mit Aufräumen verbringe und mich gefragt, ob unsere Wohnung vielleicht zu klein ist für eine Familie. Ob wir uns nach etwas anderem umsehen müssen. Ob Familien Häuser brauchen, was wir wohl zum Thema Eigentum denken - und das in Zeiten völliger Phantasiepreise für Immobilien. Ob Kinderzimmer eine bestimmte Quadratmeteranzahl haben müssen.
Wir hatten vorerst eine Antwort gefunden, für die wir das Pferd allerdings erst mal von hinten aufzäumen, wenn nicht gar völlig auf den Kopf stellen und an den Hufen aufhängen mussten.
Ach ja, die Antwort lautete: Nö.
Und folgendermaßen sind wir darauf gekommen:
man sollte seine Wohnung wohl zu allererst nach den eigenen Bedürfnissen auswählen. Dazu macht es Sinn, sich seine eigenen Bedürfnisse und Verhaltensweisen einmal bewusst zu machen. Herausgekommen ist, dass keiner von uns im Haus willenlos quer durch die Zimmer läuft. Na gut, einer schon, aber der ist noch sehr klein und braucht nur kleine Zimmer dazu. Ergo: Riesige freie Flächen brauchen wir nicht. Gut!
Der kleine Kerl ist übrigens genauso ungern allein im Raum wie alle Kinder es wohl sind und daher dient das Kinderzimmer eher als Rückzugshöhle. Höhlen sind nie groß wie Fussballplätze. Und wenn sie phantasievoll ausgestaltet und ein bisschen besonders sind, dann werden sie sicher auch noch von größeren Zwergen einem großen Zimmer vorgezogen. Ergo: Riesige Kinderzimmer sind wohl auch nicht nötig.
Wir brauchen viel Stauraum. Das heißt Wände, die sind aber nur bedingt im Zusammenhang mit großen Räumen vorhanden. Regale für Bücher, Bastelkram und alles Mögliche, auch Ablage ist ein absolutes Muss für uns. Dann ist auch die Sache mit dem Aufräumen schnell gegessen. Beim offenen Wohnen, wie es gerade wieder so modern ist, findet sich sowas nicht. Ergo: Kein offenes Wohnen, viel Stellfläche bitte.
Uns sind Wohnlandschaften suspekt. Was soll man da tun? Mehr als mnich langestreckt auch meine Chaiselongue legen kann ich nicht. Was ich mit weiteren 4 Quadratmetern Sofa anfangen sollte ist mir schleierhaft. Ergo: Ein paar bequeme kleine Sitzmöbel, mehrere Tische und tiefe Fensterbänke für die vielen Pflanzen machen für uns mehr Sinn als 30qm Wohnzimmer mit bodentiefen Fenstern und Riesencouch. Dafür sind zwei kleine Zimmer ideal.
Man hätte also unsere Wohnung einfach mit echt guten Regalsystemen richtig auskleiden müssen und wäre sicher auch mit Kind noch eine ganze Weile zu Rande gekommen.
Nun hat sich mein Mann aber doch "nur mal um so zu gucken" einen Imobilienalarm im Internet eingestellt, der auf Traumimobilien in unserer direkten Nachbarschaft aufmerksam machen sollte und tadaa, zwei Wochen später haben wir ein etwa hundertfünfzigjähriges kleines Häuschen eine Straße weiter gemietet (Bilder folgen) und harren nun der Dinge die sich da irgendwann einmal in vielen Jahren in punkto Eigentum ergeben. Ich stelle mir da wahlweise ein Schlösschen in den schottischen Highlands oder einen Bauwagen im Stile Peter Lustigs vor.
Wir haben also, um den Bogen zu spannen, das Pferd wieder von der Decke heruntergelassen und eine Straße weitergetrieben. Wo es nun zufrieden in unserem sehr kleinen Vorgarten steht und in die gleich-groß-wie-in-der-Wohnung-ausgefallene Wohnküche starrt. Wo der kleine Sonnenspross sein Essen durch den ganzen Raum wirft, was aber eine Geschichte für ein anderes Mal ist.

Tatsächlich haben wir viel gewerkelt, genäht, sinniert und eingerichtet in den letzten Monaten. Es gibt vieles zu zeigen und ich freue mich darauf!






Sonntag, 29. Juni 2014

Von Schneekugeln und anderen, neuen Sonnenkindern!

So, der Einstieg ist geschafft. Der Wiedereinstieg ins Schreiben, Lesen, Posten...
Ich habe viel geschmökert am heutigen Abend und viele Ideen für neue Einträge. Bisher fiel das noch schwer.

Denn wie wohl überall, wo plötzlich ein Kind im Haushalt ist: Unser Alltag ist kein Alltag mehr. Der kleine Sonnenspross wächst und gedeiht und verändert sich und unsere Welt täglich so sehr, dass man manchmal alles rundherum vergessen könnte. Es ist, als hielte er uns wie eine Schneekugel in den kleinen Händen und schüttelte wie wild, bis wir durch das Flittergestöber und das gewölbte Glas kaum noch oben und unten unterscheiden können und nur noch sein Glucksen und Lachen hören.
Aber nun ist es genug! Ich ziehe den Stöpsel und zwänge mich durch die Öffnung an der Unterseite der Schneekugel. Wische mir den Flitter aus den Augen und stapfe los. Zurück in mein eigenes Leben, zu Freunden, durch die lauten Straßen der Stadt. Und den kleinen Sonnenspross, den nehme ich bei der Hand und nehme ihn ein Stück weit mit.

Gestern waren wir bei einem großen Stoffmarkt in unserer Stadt. Und die Beute liegt zum Teil bereits zugeschnitten hie rauf dem Nähtisch. Wenn das mal kein Anfang ist!
Morgen gibt es Bilder, Nähprojekte und mehr vom kleinen Sonnenspross. Ich freu mich drauf!




Ich möchte Euch auch noch einen neuen Blog ans Herz legen, der tatsächlich so anders und leise und tief ist, wie kein anderer den ich kenne.
Unter dem Titel "Sonnengereift" werden hier Zeichnungen gezeigt, die Geschichten erzählen. Ihr könnt schauen und lesen, euch eure eigenen Träumereien erlauben und vielleicht ja selbst zur Feder greifen? Wieder einmal zeichnen? Wieder einmal schreiben?


http://sonnengereift.blogspot.de/


Hier zum Beispiel.
http://sonnengereift.blogspot.de/2014/06/ein-schatzchen-vom-flohmarkt.html
Ist dies ein einfaches Lämpchen? Oder erzählt es eine Geschichte? Eine traurige? Oder eine schöne?
Ich meine, ja!
So. Und nun, da das Kind schläft, das Fussballspiel vorüber ist, der Regen noch gegen die Scheibe prasselt und meine Füße immer kälter werden, gehe ich in die Küche, koche mir einen Kaffee und spaziere dann mit der heißen Tasse in Händen durch unsere Wohnung. Leise. Auf Tippelzehen und lausche. Was meine Flohmarktschätze wohl erzählen?
Und Eure? Habt ihr Lieblingsstücke? Und haben diese geheime Geschichten?



Donnerstag, 27. Februar 2014

Familie Sonnenspross

Zum ersten mal seit sehr langer Zeit schreibe ich wieder. Und zwar einen Post, der zu allen Labels passt und auf den ich lange gewartet habe.Was ich hier habe, ist mit Abstand das schönste Selbstgemachte auf der Welt, der Aufwand ist beträchtlich aber absolut lohnend und das Ergebnis einfach bestaunenswert.




Es ist ein aufregendes Jahr gewesen, so aufregend, dass ich es gar nicht teilen konnte. Ich kam aus dem Staunen, dem Bangen, dem Warten und dem Freuen nicht heraus. Und ich habe mich schlicht nicht getraut die Neuigkeit offiziell zu verkünden, aus Angst, dass alles doch noch wie eine Seifenblase zerplatzen könnte.
Ich habe in all den Monaten natürlich weiter bei Euch gelesen, viel gewerkelt und geplant und freue mich nun wieder wahnsinnig auf all das. Unser kleiner Sonnenspross ist nun 8 Wochen alt und kann seit einigen Tagen lachen. Ich nähe Hosen, bastele Mobiles und singe den ganzen Tag Kinderlieder. Es ist unendlich aufregend, anstrengend und schön und ihr werdet nun wieder häufiger von mir lesen.
Die sonnigsten Grüße!


Sonntag, 7. April 2013

Hört hört: Es muss wohl Frühling sein!


Es ist Frühling, wenn ich blinzeln muss während ich an der Fensterbank stehe um mit meinen Fingern die Erde um meine Pflänzchen anzudrücken. Wenn ich einzelne Haarsträhnen aus dem Gesicht streiche und die mit dabei mit den erdigen Händen eine Kriegsbemalung auf die Wangen wische. Wenn die ersten Sonnensprossen auf ihnen wieder stärker werden
Es ist Frühling, wenn ich den ersten Kaffee am Morgen bei geöffnetem Fenster unter der Häkeldecke genieße und trotz der Kälte lächeln muss.
Es ist Frühling, wenn die Kinder durch die Gärten streunen und lärmend ihre Mütter locken, zum ersten Plausch über den Gartenzaun und mit der Harke in die noch leeren Beete. Wenn das Zuhause wieder weiter wird, sich öffnet zu den Gärten, Wald, Wiesen und Stadt und all denen, die dort auf die Sonne warten.
Es ist Frühling, wenn die Straßen auch abends wieder gefüllt sind, laut und voll von Menschen die sich beieinander unterhaken und über die Pflastersteine laufen, um die erste Weinschorle des Jahres zu trinken.
Und es muss wohl Frühling sein, wenn dieses Lächeln wieder auf all den Gesichtern zu finden ist, den bekannten und unbekannten, denen die man viel zu lange nicht mehr gesehen hat und denen, die in winterlicher Selbstverständlichkeit neben uns her lebten. Frühling, draußen und drinnen!
Auf, auf ihr Sonnensprosse und Lausekinder, wir schreiben den Frühling!

Dienstag, 26. Februar 2013

Von Wassermännern und Gespenstern

In einem vorherigen Post habe ich mal geschrieben, dass die guten Kinderbuchautoren für mich die wahren Helden sind.
Die, die kein noch so schweres und wichtiges Thema scheuen und die alles einfach und simpel in Worte fassen, die fedrig leicht und verständlich über die Buchseiten schweben. Die das Leben lehren ohne ihren Finger mahnend zu erheben. Die nur das Wahre niederschreiben. Mit klarer Schlichtheit und hemmungslos opulenter Phantasterei.
Otfried Preußler ist und bleibt einer dieser Helden. Ich habe mich mit dem kleinen Wassermann zusammen zum ersten Mal alleine in den tiefen See getraut, mit der kleinen Hexe gegen die Ungerechtigkeit angezaubert und mit dem Gespenst den hellen Tag herbei gesehnt, an dem uns die Welt offen steht. Und Hotzenplotz natürlich, gefürchtet und geliebt. Jedes Mal wenn ich eine Kaffeemühle gesehen habe musste ich an ihn denken und an Großmutter, die er bestohlen hat.
Bestimmt trinken sie jetzt starken Kaffee zusammen, Preußler und Hotzenplotz, die gestohlene Mühle noch auf dem Schoß. Und sie lachen laut und kehlig, darüber, dass alles doch so einfach ist!



Dies ist der kleine Schuber mit seinen ersten drei Büchern in Taschenbuchform. Carlsen, 2011. 14,90 Euro.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Hoffnung ist.....

...wenn man die Tür des "Selbstreinigenden" Backofens über Nacht offen lässt, mit der Erwartung, dass er nach der eigenen Reinigung gleich noch mit dem Rest der Küche weiter macht..... Ich werde berichten ;)
Gute Nacht!


Sonntag, 16. Dezember 2012

Sieben Sachen, ab jetzt für immer!


Dieser Advent war anders als alle vorherigen. Ich habe einige Male erwähnt, dass für die Weihnachtsvorbereitungen kaum Zeit blieb. Heute wird sichtbar warum.
Nach Frau Liebes Vorbild zeigen wir uns Sonntags sieben Bilder von Dingen, für die wir am Sonntag unsere Hände gebraucht haben.
An diesem Wochenende haben wir mehr Freunde auf einem Haufen versammelt als je zuvor.
Wir haben uns und die Räume in denen wir uns aufhielten liebevoll vorbereitet, und dann nur noch genossen. Jetzt sind wir zufrieden und dankbar, auch wenn für die einzelnen Lieben viel zu wenig Zeit blieb, und erholen uns gemeinsam und mit all den schönen Dingen mit denen wir zurück gelassen wurden.


Das Schlachtfeld wurde aufgeräumt und die Dekoration nach Hause gebracht 


Es wurde heute viiiiel Cola getrunken, denn die Nacht war kurz...


Wir haben viele Briefe in Händen gehalten und schöne Worte gelesen


Das Kleid wurde auf den Bügel gehangen. Da es nicht weiß ist wird es noch oft getragen werden und an den wunderbaren Tag erinnern.


Das wunderschöne, für uns gemalte Aquarell wurde ausgepackt und bestaunt. Der Künstler ist 15 Jahre alt und wir sind völlig begeistert.


Viiiiele viele wunderschöne Karten bestaunt und diese mit Scherenschnitt zur Schönsten erklärt


Und nun: Entspannung, Essen, schlafen, ruhiger Alltag. Unspektakulär, vertraut und vor allem:
 Gemeinsam!

Freitag, 14. Dezember 2012

Sankta Lucia

Gestern war Lucia Tag!
Am 13 Dezember feiern die Schweden das Fest der Lichterkönigin. Sie bitten das Licht ins Haus um den dunklen Winter heller und durch das Feiern auch "gemeinsamer" zu machen.
Am Morgen werden alle Hausbewohner geweckt von der hellen klaren Stimme der Lucia, vielleicht der Tochter oder der Mama des Hauses, die singend durch das Haus läuft, auf dem Kopf einen Lichterkranz und in den Händen ein Tablett. Darauf sind nach Safran duftende Lussekatten, kleine Hefegebäcke in Kerzenform und heiße Getränke. Dieses wärmende Frühstück wird ans Bett serviert, so dass alle sich im Kuscheligen stärken bevor dann in den Tag gestartet wird. Hier könnt ihr das Gröbste nachlesen, wenn ihr mögt.
In unserer Schwedisch-Gruppe feiern wir Lucia nun seit einigen Jahren, natürlich abends, mittlerweile kennen wir alle den Text recht gut und man hört unsere Stimmen laut und weit durch das Schulhaus schallen. Nach dem Einzug der Lucia gibt es Gebäck und Punsch bis allen der Bauch wehtut und wir zufrieden nach Hause gehen. Das Lucia-Fest ist zu einem meiner absoluten Lieblingsfeiertage geworden, auf den ich mich schon ab dem Herbst freue wie Bolle!


Auf deutsch geht es so, auch wenn es sich nicht reimt:

Nacht geht mit schwerem Schritt um Hof und Haus
Sonne früh untergeht, Schatten kommt raus
In unser dunkles Haus tritt ein mit Lichterkranz
Sankta Lucia

Die Nacht ist weit und stumm - nun hört man Singen!
In jedem stillen Raum, wie Flügelschwingen!
Sieh, auf der Schwelle steht: Licht im Haar, weißes Kleid
Sankta Lucia

"Dunkelheit fliehet bald von unsrer Erde!"
So spricht sie zu uns allen Wundersame Worte
Und aus rosafarbenen Wolken wird es bald tagen!
Sankta Lucia

Ich wünsche Euch allen von Herzen ein helles, warmes und gemeinsames Wochenende!

Montag, 3. Dezember 2012

Einfach zufrieden!

Meine Güte!
In den vergangenen Jahren hörte man die Menschen oft sagen: "Dieser Regen, und das im Dezember." oder auch "Da kommen ja gar keine Weihnachtsgefühle auf, wir warten doch alle auf weiße Weihnacht!" Und was man sich heute von den Menschen anhören musste: "Dieser Schnee, hoffentlich hört das bald auf" und "Na mit dem Auto ist das ja fürchterlich. Und für die Weihnachtseinkäufe!"
Ich finde es zauberhaft, wenn die Stadt so anders aussieht und die Häuschen des Weihnachtsmarktes bepudert auf dem Platz stehen. Wenn die Straße zu unserem Dorf weiß belegt ist und die Äcker wie eine einheitliche Decke aussehen. Ich mag es, wenn die Flocken auf den Wangen schmelzen, wenn man die Nachbarn beim Schneeschippen trifft und man das Auto stehen lässt um mit dem Weidenkorb einkaufen zu gehen. Ich finde, dass der Schnee uns entschleunigt, uns ein wenig zurückversetzt in vergangene Zeiten und dass dieses kleine Ausbremsen ganz wunderbar zum Advent passt. Die Geschenke sind von langer Hand geplant, vieles wird hier zu Hause gebastelt, gekocht und zusammengestellt, bei Musik und einer Kanne Kaffee, während draußen die Flocken weiter fliegen.
Ich kann nichts anderes verkünden, als dass ich völlig zufrieden bin! Wer macht mit?

                                                    Blick in den Garten
Geschenke verpacken
                                                          Fensterbankschneemann
Schaukel im Winterschlaf

Mittwoch, 7. November 2012

Warum? Na darum! :)

"Du bastelst? Hast du Kinder? Warum machst du das?"
Da muss man sich als mündiger, erwachsener Mensch doch tatsächlich für seine Hobbies rechtfertigen. Nun, Joggen, Kochen, okay, das wäre nachvollziehbar. Ein gesitteter Aquarellkurs mit anderen Frauen wäre schon exotisch aber doch irgendwo verständlich und hätte sowas aufregend Individuelles - aber wild mit Sperrmüll handwerken, filzen, mit Farben schmieren und am Ende noch Männchen aus Kastanien basteln, ja tut denn ein studierter Mensch so etwas?
Behandeln wir diese Frage einmal wissenschaftlich und beginnen ganz erwachsen mit einer hübsch sauberen Definition. (Wenn auch mittels der in Hochschulkreisen zu Recht verpönten Quelle Wikipedia - Heute setze ich mich nämlich über alle Konventionen hinweg, ha!):

"Basteln ist ein wertvolles Erziehungsmittel, da sich im Spiel handwerkliche Fähigkeiten erlernen lassen und der Spieltrieb dadurch gefördert wird. Basteln unterscheidet sich vom Handwerk insofern, als die Tätigkeit des Herstellens an sich bereits den Zweck der Tätigkeit (meist Spaß zu haben) erfüllt, nicht der späteren Besitz des hergestellten Gegenstandes. Für die Kinderentwicklung hat Basteln einen hohen Stellenwert, da das taktile Erfassen der Umwelt und überhaupt manuelle Fertigkeiten wichtig sind, Unterentwicklungen in späteren Lebensphasen aber nur schwer kompensiert werden können. Einige Museen bieten im Bereich der Museumspädagogik teilweise auch Bastelnachmittage für Familien an."
http://de.wikipedia.org/wiki/Basteln

Ich bin mir nicht sicher, ob Dinge wie Herstellung von Objekten, Erfassen der Umwelt, manuelle Fertigkeiten weiterentwickeln und Spaß haben wirklich nur Kindern vorbehalten sein sollten. Ich persönlich habe nicht das Gefühl, bereits genug von alledem in meinem Leben gehabt zu haben.

Warum ich also bastele, häkele und sammele? Vielleicht, weil ich meine Welt nach wie vor selbst begreifen und gestalten will. Weil ich nicht nur Zuschauer sondern Akteur sein will, vielleicht einfach darum.


Freitag, 28. September 2012

Wetter ist was du draus machst

Die meisten Dinge sind Ansichtssache. Den Göttern sei Dank! So kann man wenigstens seine Ansicht über eine Sache ändern, wenn man schon an der Sache nichts ändern kann.
Wie meine Heldin Astrid Lindgren so schön schrieb als ihre Kinder aus Bullerbü an der staubenden Straße stehen müssen:

"(...) und ich sagte: "Uh, wie es staubt." Aber da fragte Lasse, warum ich das sagte. "Warum sagst du nicht auch "Uh, wie die Sonne scheint" oder "Uh, wie die Vögel zwitschern." Wer hatte denn befohlen, daß man es schön finden solle, wenn die Sonne scheint und die Vögel zwitschern, und nicht, wenn es staubt? Und da beschlossen wir, es schön zu finden, wenn es staubte. Als das nächste Auto vorbei war und wir so in Staubwolken gehüllt waren, daß wir einander kaum sehen konnten, da sagte Lasse: "Oh, wie herrlich es heute staubt!" (...) Britta stand mitten im dicksten Staub. Sie streckte die Arme in die Höhe und rief: "Was für ein herrlicher, herrlicher Staub!"    
Astrid Lindgren: Die Kinder aus Bullerbü. Oetinger, 1988, S. 282.

Wir verstehen uns? Aus dem Schmuddelwetter haben wir ein Saunawetter gemacht, unsere Taschen gepackt  und verbringen unseren Feierabend ab jetzt wieder regelmäßig da, wo es schön warm ist und gutes Essen gibt. Und wo man ganz gelassen in den Regen blicken und sagen kann: "Ach, wie schön die Temperaturen draußen gefallen sind, das erfrischt so herrlich nach dem Aufguss!"


Einen schönen Wochenausklang Euch allen!

Donnerstag, 20. September 2012

Freier Tag! Yeah!

Hier mein "freier Tag" in Bildern. er war am Ende natürlich genau das Gegenteil von frei! So ist das ja immer.
Nähen, filzen, putzen, Brotteig ansetzen, schwimmen...
Und Kaffee und Spaziergang mit einer Freundin und deren Monster. Und der Frage, warum einem eigentlich nicht immer so bewusst sein kann, wie gut es einem eigentlich geht. Und warum einen dieses Gefühl immer auch etwas ängstlich zurücklässt. Sind wir wirklich so misstrauisch dem Glück gegenüber? Heute sind wir einfach ein Stück mit ihm gegangen. Durch die Weinberge.


Gelaufen
Geschaut

 Gerufen

Gekostet
Gefilzt

......Pssst! Brot ruht!
und genäht!  (Siehe Vorhang-Post bei Aufgemöbelt)