Für Caro und Bine von "Die lesende Minderheit" sollten in den letzten Monaten Jugendbücher gelesen werden.
Wer meine Ergüsse über Astrid Lindgren und Ottfried Preussler gelesen hat, der kann sich ungefähr vorstellen, wie meine Augen geglänzt haben als ich das Thema gelesen habe.
Statt mir nun im Laden etwas Aktuelles zu holen war mir irgendwie sehr nach einer Auffrischung meiner Erinnerungen an meine Lieblingsbücher.
Vielleicht ja, weil ich im Januar Mutter geworden bin und als Einzelkind sehr viele Details in meinem imaginären Idealbild einer Familie aus Büchern habe.
Je älter ich werde und je mehr in meiner eigenen kleinen Familie Vorstellungen vom Leben mit Kindern laut besprochen werden, oder auch bei so albernen Dingen wie stundenlangen Diskussionen über schöne Vornamen ..... bei alldem wird mir immer klarer wie viele Helden aus Büchern sich in all den Jahren in mein Hirn gebrannt und mich ganz nachhaltig geprägt haben.
Unser kleiner Sonnenspross hat seinen Namen aus einem Kinderbuch und - um den Bogen zu diesem Lesethema langsam wieder zu spannen - wenn ich mir das Leben mit älteren Kindern ausmale, dann sehe ich immer wieder Bilder aus den Geschichten von Christine Nöstlinger. Bis ich etwa 15 Jahre alt war, habe ich ihre Bücher verschlungen und dabei sind mir besonders jene beiden in Erinnerung geblieben, die ich nun vorstelle und die ich mir endlich wieder einmal zu Gemüte geführt habe.
Hier gezeigt Ausgabe: Christine Nöstlinger,Villa Henriette. Arena Verlag, 2002 ISBN 3 401 02112
Christine Nöstlinger, Wetti und Babs. Beltz&Gelberg, 1992 ISBN 3 407 78130
Die Handlungen des Buches komplett zu skizzieren macht an dieser Stelle wenig Sinn, denn die Geschichten beschreiben in erster Linie einige Monate aus dem normalverrückten Leben der pubertierenden Protagonistinnen, mit all ihren Problemen, Verliebtheiten, Twists und Turns, Freunden und Konkurrenten und natürlich nicht gerade pflegeleichten Eltern.
Hauptfigur Mariechen lebt mit verschiedensten Familienmitgliedern in der Villa Henriette, doch neben ihrem nicht immer einfachen Schüleralltag mit zwei Verehrern und einer etwas schrägen besten Freundin muss sie plötzlich erkennen, dass ihre Großmutter mit ihren Wahnsinnsideen die Villa, das Familiendomizil aufs Spiel setzt. So muss sie auch in der Welt der Erwachsenen mit Klugheit und beherztem Eingreifen für Ordnung sorgen.
Das für mich so unwiderstehliche an Nöstlingers Erzählweise ist aber neben der Wienerischen Sprache und Atmosphäre vor allen Dingen ihre perfekte Mischung aus Unvollkommenheiten und Unbeschwertheit. Kaum eine Geschichte spielt in einer Idealfamilie, finanzielle Nöte, Beziehungskrisen der Eltern, die Schwierigkeiten unter Geschwistern, Schulprobleme, unglückliche Lieben.... all diese Themen sind ständig präsent ohne zu beschweren.
Nöstlingers Heranwachsende brauchen keine Optimalbedingungen um innerhalb der Romane zu ganz wunderbaren, starken und selbstständigen Persönlichkeiten heranzureifen. Und all das wirdmit soviel Humor, Schalk und Ironie erzählt, wie ich bei keinem anderen Jugendautoren je gelesen habe. Nöstlingers Bücher sind leicht und flapsig und tief zugleich.
Vielleicht entsprechen sie in ihrer Sprache nicht mehr der heutigen Jugend, vielleicht fänden Teenies sie heute uncool? Tja, darüber werde ich vielleicht in circa 15 Jahren an gleicher Stelle berichten. Wenn ich die Bücher ein siebzehntes Mal mit meiner zukünftigen Tochter gelesen habe.
Achja - auf den Fotos sieht man auch mein zweites Lieblingsbuch von Christine Nöstlinger und meine kleine Sammlung.
Viel Spaß beim Lesen!
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Freitag, 4. Juli 2014
Dienstag, 30. April 2013
Grüne Bücher für die lesende Minderheit!
Im März und April war die Vorgabe der Lesenden Minderheit "grün" - es sollten also grüne Bücher gelesen werden. Und ich kann nur sagen, dass aktuell ein ganzer Haufen grüne Bücher auf meinem To-Do-Stapel liegen und ich darum ganz wunderbar mitlesen konnte.
Und hier die beiden bereits geschafften Exemplare:
Mein Wohnwagen und ich von Bruni Prasske, DTV 2012, 171 Seiten.
Als Erfahrungsbericht zweier Sommer kommt dieses schmale Buch daher. Bruni Prasske, ungebundene Autorin, gönnt sich eine Auszeit, ein zweites Zuhause, einen uneingeschränkten Elbblick und die herrliche Leichtigkeit eines Lebens an der frischen Luft. Sie kauft einen alten Wohnwagen und richtet ihn sich nahc den eigenen Wünschen her. Fernab von ihrer Wohnung mitten im belebten Sankt Pauli und all den Annehmlichkeiten und Unannehmlichkeiten des gewohnten Lebens. Mit den besten Freunden am Grill, aber auch mit den anderen herrlich unkonventionellen Campern auf dem Platz und nicht zuletzt auch ganz mit sich allein unter dem Hamburger Nachthimmel kommt sie schlussendlich dort an, wo sie sich schon so lange hin geträumt hatte.
Ein kurzweiliges, schönes Buch! Ohne den tiefsten Tiefgang, aber ideal für einen verträumten Sonntag nachmittag, an dem man sich am liebsten fortschleichen würde aus dem gewohnten Alltag!
Ob es Eindruck gemacht hat? Guckt mal was ich seit Neustem habe:
At Home - A short History of Private Life von Bill Bryson, Black Swan 2010, 700 Seiten.
Ich bin verliebt! Dies ist eines der besten Bücher in meinem Regal geworden. Für all jene die Zuhause, Einrichten, Familienleben und Alltagsgegenstände spannender finden als jeden Krimi, für all diejenigen unter euch dürfte dieses Buch einer Bibel gleich kommen. Erst kommenden Monat erscheint der Band auf deutsch unter dem Titel "Eine kurze Geschichte des alltäglichen Lebens" und erklärt sehr umfangreich und dennoch wahnsinnig kurzweilig und mit viel Witz die Geschichte fast aller Dinge die uns im Alltag umgeben. Rahmen für all die Ausflüge in verschiedenste Bereiche des domestizierten Lebens bildet ein Rundgang durch Brysons eigenes Haus in England. Zimmer für Zimmer werden nicht nur Gegenstände hinterfragt, sondern auch die großen Zusammenhänge und Entwicklungsschritte, wie zum Beispiel die Entdeckung aller Kontinente als Kontext des Gewürzhandels und letztlich der Gewürze, die nun wie selbstverständlich in der Mitte eines jeden Esstisches auf einem kleinen Tablett stehen. Oder auch der Einfluss der Entwicklung von Feuer- und Kochstellen im Haus auf die Anordnung der Räume und die Entwicklung der einzelnen Möbelstücke.
Dieses Buch ist spannend, lehrreich, unterhaltsam und - wie soll man es nennen - irgendwie grundlegend für unsere Wahrnehmung des eigenen Alltags. Tatsächlich geht man anders durch das eigene Zuhause, nachdem man dieses Werk gelesen hat.
Ihr seht mich restlos begeistert! Viel Spaß beim Lesen!
Was habt ihr in letzter Zeit gelesen? Empfehlungen und Lieblingsbücher sind immer gerne gesehen! Einen schönen Feiertag Euch!
Und hier die beiden bereits geschafften Exemplare:
Mein Wohnwagen und ich von Bruni Prasske, DTV 2012, 171 Seiten.
Ein kurzweiliges, schönes Buch! Ohne den tiefsten Tiefgang, aber ideal für einen verträumten Sonntag nachmittag, an dem man sich am liebsten fortschleichen würde aus dem gewohnten Alltag!
Ob es Eindruck gemacht hat? Guckt mal was ich seit Neustem habe:
At Home - A short History of Private Life von Bill Bryson, Black Swan 2010, 700 Seiten.
Ich bin verliebt! Dies ist eines der besten Bücher in meinem Regal geworden. Für all jene die Zuhause, Einrichten, Familienleben und Alltagsgegenstände spannender finden als jeden Krimi, für all diejenigen unter euch dürfte dieses Buch einer Bibel gleich kommen. Erst kommenden Monat erscheint der Band auf deutsch unter dem Titel "Eine kurze Geschichte des alltäglichen Lebens" und erklärt sehr umfangreich und dennoch wahnsinnig kurzweilig und mit viel Witz die Geschichte fast aller Dinge die uns im Alltag umgeben. Rahmen für all die Ausflüge in verschiedenste Bereiche des domestizierten Lebens bildet ein Rundgang durch Brysons eigenes Haus in England. Zimmer für Zimmer werden nicht nur Gegenstände hinterfragt, sondern auch die großen Zusammenhänge und Entwicklungsschritte, wie zum Beispiel die Entdeckung aller Kontinente als Kontext des Gewürzhandels und letztlich der Gewürze, die nun wie selbstverständlich in der Mitte eines jeden Esstisches auf einem kleinen Tablett stehen. Oder auch der Einfluss der Entwicklung von Feuer- und Kochstellen im Haus auf die Anordnung der Räume und die Entwicklung der einzelnen Möbelstücke.
Dieses Buch ist spannend, lehrreich, unterhaltsam und - wie soll man es nennen - irgendwie grundlegend für unsere Wahrnehmung des eigenen Alltags. Tatsächlich geht man anders durch das eigene Zuhause, nachdem man dieses Werk gelesen hat.
Ihr seht mich restlos begeistert! Viel Spaß beim Lesen!
Was habt ihr in letzter Zeit gelesen? Empfehlungen und Lieblingsbücher sind immer gerne gesehen! Einen schönen Feiertag Euch!
Freitag, 1. März 2013
Lesen mit der lesenden Minderheit "Der stille Herr Genardy" von Petra Hammesfahr
Auf diesem schönen Blog werden immer wieder gemeinsam Bücher gelesen. Nicht ein und dasselbe Buch, nein, jeder der möchte sucht sich ein Buch zu einem vorgegebenen Thema aus und stellt es dann vor. So bekommt man Anregungen und lernt Bücher kennen, die einem sonst nicht über den Weg gelaufen wären!
Da ich im Job untertrieben gesagt mit Büchern zu tun habe und Bücher ehrlich und aufrichtig mag, habe ich mitgemacht.
Aufgabe war: Lese ein Buch, das du geschenkt bekommen hast.
Ich habe "Der stille Herr Genardy" von Petra Hammesfahr (Ausgabe: Wunderlich Taschenbuch bei Rowohlt, 1999) gelesen. Ich habe es gebraucht geschenkt bekommen und es hat mich gefesselt.
Hier sind für euch Klappentext, Kurzbeschreibung und eine kleine Einschätzung der Autorin bzW des Stils.
Wohl bekomm`s!
Anfang der 90er Jahre in einem, Großstadt-Vorort. Zwei Handlungsstränge wechseln sich ab.
Sigrid lebt mit ihrer Tochter in dem Haus, das ihr verstorbener Ehemann für die Familie erbaut hat. Um das Haus halten zu können muss die ruhige, etwas unselbstständig und unsicher erscheinende Mutter wohl das Obergeschoss untervermieten. Mit der alten Dame, die sich einmietet hat sie die Unterstützung die sie so sehr braucht. Aber warum ist sie so schüchtern? Wie verlief die Ehe und was war der Grund des Todes ihres Mannes? In der Beschreibung ihres Alltages werden diese Fragen geklärt.
Auf der anderen Seite steht das Leben des Herr Genardy, eines alleinstehenden Herren, der in einer Wohnung über einem Zoogeschäft lebt. Er ist eine getriebene Persönlichkeit, schwer einzuschätzen, höflich aber scheinbar getrieben von einem verbotenen Verlangen.
Die Leben dieser beiden Hauptfiguren vermischen sich als Ingrids Untermieterin die Wohnung kündigt....
Die Bücher der Autorin sind teils als Roman, teils als Thriller/Psychothriller bezeichnet, haben aber mit den modernen, oft blutigen und unheimlichen raschen Verläufen von Autoren wie Sebastian Fitzek, Max Bentow oder den amerikanischen Thriller Topsellern nichts gemein. Sie sind langsam, dicht und ausführlich, Figuren werden ausgiebigst ausgearbeitet und führen ihre Gräueltaten subtil und hintergründig durch. Das Entsetzen beim Leser wird nicht durch plötzliche Schockmomente erzeugt oder dadurch, dass man lange im Unklaren gehalten wird, sondern vielmehr durch die Menschlichkeit und Präsenz der Täterfiguren!
Hammesfahr schreibt keine besonders dichten, schnellen Plots. Sie besticht durch die Fähigkeit eine Atmosphäre zu kreieren, die das dörfliche Land- und Vorstadtleben vergangener Jahrzehnte so real werden lässt, dass es bedrückend erscheint. Durch diese leise, detailgetreue Wiedergabe der Lebensumstände der Figuren und der Handlung hat Hammesfahr mit Sicherheit eine Erzählweise, die nicht allen Lesern zusagt. Auch Rezensionen bei Internetbuchportalen zeigen, dass man ihre Romane wohl nur lieben oder hassen kann! Für mich sind 3 der 5 bereits gelesenen definitiv in die Liste meiner Top 50 Bücher eingegangen!
Ich hoffe ihr könnt euch nun etwas mehr unter dem Buch vorstellen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge könnt ihr gerne als Kommentar hier lassen! Alles Liebe!
Da ich im Job untertrieben gesagt mit Büchern zu tun habe und Bücher ehrlich und aufrichtig mag, habe ich mitgemacht.
Aufgabe war: Lese ein Buch, das du geschenkt bekommen hast.
Hier sind für euch Klappentext, Kurzbeschreibung und eine kleine Einschätzung der Autorin bzW des Stils.
Wohl bekomm`s!
Sigrid lebt mit ihrer Tochter in dem Haus, das ihr verstorbener Ehemann für die Familie erbaut hat. Um das Haus halten zu können muss die ruhige, etwas unselbstständig und unsicher erscheinende Mutter wohl das Obergeschoss untervermieten. Mit der alten Dame, die sich einmietet hat sie die Unterstützung die sie so sehr braucht. Aber warum ist sie so schüchtern? Wie verlief die Ehe und was war der Grund des Todes ihres Mannes? In der Beschreibung ihres Alltages werden diese Fragen geklärt.
Auf der anderen Seite steht das Leben des Herr Genardy, eines alleinstehenden Herren, der in einer Wohnung über einem Zoogeschäft lebt. Er ist eine getriebene Persönlichkeit, schwer einzuschätzen, höflich aber scheinbar getrieben von einem verbotenen Verlangen.
Die Leben dieser beiden Hauptfiguren vermischen sich als Ingrids Untermieterin die Wohnung kündigt....
Die Bücher der Autorin sind teils als Roman, teils als Thriller/Psychothriller bezeichnet, haben aber mit den modernen, oft blutigen und unheimlichen raschen Verläufen von Autoren wie Sebastian Fitzek, Max Bentow oder den amerikanischen Thriller Topsellern nichts gemein. Sie sind langsam, dicht und ausführlich, Figuren werden ausgiebigst ausgearbeitet und führen ihre Gräueltaten subtil und hintergründig durch. Das Entsetzen beim Leser wird nicht durch plötzliche Schockmomente erzeugt oder dadurch, dass man lange im Unklaren gehalten wird, sondern vielmehr durch die Menschlichkeit und Präsenz der Täterfiguren!
Hammesfahr schreibt keine besonders dichten, schnellen Plots. Sie besticht durch die Fähigkeit eine Atmosphäre zu kreieren, die das dörfliche Land- und Vorstadtleben vergangener Jahrzehnte so real werden lässt, dass es bedrückend erscheint. Durch diese leise, detailgetreue Wiedergabe der Lebensumstände der Figuren und der Handlung hat Hammesfahr mit Sicherheit eine Erzählweise, die nicht allen Lesern zusagt. Auch Rezensionen bei Internetbuchportalen zeigen, dass man ihre Romane wohl nur lieben oder hassen kann! Für mich sind 3 der 5 bereits gelesenen definitiv in die Liste meiner Top 50 Bücher eingegangen!
Ich hoffe ihr könnt euch nun etwas mehr unter dem Buch vorstellen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge könnt ihr gerne als Kommentar hier lassen! Alles Liebe!
Dienstag, 26. Februar 2013
Von Wassermännern und Gespenstern
In einem vorherigen Post habe ich mal geschrieben, dass die guten Kinderbuchautoren für mich die wahren Helden sind.
Die, die kein noch so schweres und wichtiges Thema scheuen und die alles einfach und simpel in Worte fassen, die fedrig leicht und verständlich über die Buchseiten schweben. Die das Leben lehren ohne ihren Finger mahnend zu erheben. Die nur das Wahre niederschreiben. Mit klarer Schlichtheit und hemmungslos opulenter Phantasterei.
Otfried Preußler ist und bleibt einer dieser Helden. Ich habe mich mit dem kleinen Wassermann zusammen zum ersten Mal alleine in den tiefen See getraut, mit der kleinen Hexe gegen die Ungerechtigkeit angezaubert und mit dem Gespenst den hellen Tag herbei gesehnt, an dem uns die Welt offen steht. Und Hotzenplotz natürlich, gefürchtet und geliebt. Jedes Mal wenn ich eine Kaffeemühle gesehen habe musste ich an ihn denken und an Großmutter, die er bestohlen hat.
Bestimmt trinken sie jetzt starken Kaffee zusammen, Preußler und Hotzenplotz, die gestohlene Mühle noch auf dem Schoß. Und sie lachen laut und kehlig, darüber, dass alles doch so einfach ist!
Dies ist der kleine Schuber mit seinen ersten drei Büchern in Taschenbuchform. Carlsen, 2011. 14,90 Euro.
Die, die kein noch so schweres und wichtiges Thema scheuen und die alles einfach und simpel in Worte fassen, die fedrig leicht und verständlich über die Buchseiten schweben. Die das Leben lehren ohne ihren Finger mahnend zu erheben. Die nur das Wahre niederschreiben. Mit klarer Schlichtheit und hemmungslos opulenter Phantasterei.
Otfried Preußler ist und bleibt einer dieser Helden. Ich habe mich mit dem kleinen Wassermann zusammen zum ersten Mal alleine in den tiefen See getraut, mit der kleinen Hexe gegen die Ungerechtigkeit angezaubert und mit dem Gespenst den hellen Tag herbei gesehnt, an dem uns die Welt offen steht. Und Hotzenplotz natürlich, gefürchtet und geliebt. Jedes Mal wenn ich eine Kaffeemühle gesehen habe musste ich an ihn denken und an Großmutter, die er bestohlen hat.
Bestimmt trinken sie jetzt starken Kaffee zusammen, Preußler und Hotzenplotz, die gestohlene Mühle noch auf dem Schoß. Und sie lachen laut und kehlig, darüber, dass alles doch so einfach ist!
Dies ist der kleine Schuber mit seinen ersten drei Büchern in Taschenbuchform. Carlsen, 2011. 14,90 Euro.
Montag, 14. Januar 2013
Sieben Sachen im neuen Jahr!
Und etwas verspätet... Aber dennoch: Wie Frau Liebe es erfunden hat werden am Sonntag sieben Sachen fotografiert und hier vorgestellt, für die ich meine Hände gebraucht habe.
Die Küche musste nach folgendem ausgedehnten Brunch am Samstag mit Freunden wieder auf Vordermann gebracht werden. Das Vorher-Bild ist weit attraktiver:
Mein neues Paar Stiefel ausprobiert, denn es geht bald auf große, aufregende Reisen und ich werd ganz hibbelig wenn ich nur daran denke! Vorfreude ist doch die schönste Freude!
Ein neues Paket kam bereits samstag an und wurde dann endlich gebührend bewundert: Ein Puzzle ohne Vorlage, ein Kriminalfall, der nur gelöst werden kann, wenn ein Krimi gelesen und anhand der Hinweise mit dem gepuzzelten Bild der Zusammenhang gedeutet wird. Spannend!
Denn in unserem Hause grassiert seit Weihnachten das Puzzle-Fieber ausgebrochen. Statt der hier in Deutschland scheinbar üblichen Einhornpuzzles und Pastellfarbigen Landschaften :( habe ich Puzzles aus England bestellt, dem Land in dem das Puzzle seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten Nationalsport ist. Schööööön!
Der Lesesessel ist an jedem guten Wochenende bei mir zusehen, denn Seiten umblättern gehört nach wie vor zu meinen Lieblingsbeschäftigungen! Für diesen fiesen Psychothriller gibt es uneingeschränkte Leseempfehlung! Junge Frauen werden entführt und ein Mörder schreibt ein Buch --- auf der Haut ihres Rückens.... Heiliger Bimbam! Harter Tobak - aber nicht mehr aus der Hand zu legen....
Die Küche musste nach folgendem ausgedehnten Brunch am Samstag mit Freunden wieder auf Vordermann gebracht werden. Das Vorher-Bild ist weit attraktiver:
Mein neues Paar Stiefel ausprobiert, denn es geht bald auf große, aufregende Reisen und ich werd ganz hibbelig wenn ich nur daran denke! Vorfreude ist doch die schönste Freude!
Ein neues Paket kam bereits samstag an und wurde dann endlich gebührend bewundert: Ein Puzzle ohne Vorlage, ein Kriminalfall, der nur gelöst werden kann, wenn ein Krimi gelesen und anhand der Hinweise mit dem gepuzzelten Bild der Zusammenhang gedeutet wird. Spannend!
Denn in unserem Hause grassiert seit Weihnachten das Puzzle-Fieber ausgebrochen. Statt der hier in Deutschland scheinbar üblichen Einhornpuzzles und Pastellfarbigen Landschaften :( habe ich Puzzles aus England bestellt, dem Land in dem das Puzzle seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten Nationalsport ist. Schööööön!
Die Weihnachtsdeko wurde endgültig eingeräumt, außer dieser beiden Pippi-Anhänger.
Der Lesesessel ist an jedem guten Wochenende bei mir zusehen, denn Seiten umblättern gehört nach wie vor zu meinen Lieblingsbeschäftigungen! Für diesen fiesen Psychothriller gibt es uneingeschränkte Leseempfehlung! Junge Frauen werden entführt und ein Mörder schreibt ein Buch --- auf der Haut ihres Rückens.... Heiliger Bimbam! Harter Tobak - aber nicht mehr aus der Hand zu legen....
Und schließlich die Vernichtung der Reste von Wurst und Käse die beim Brunch übrig geblieben waren. Hmmmm!
Der Teig für die Resteverwertungs-Pizza ist denkbar einfach, wenn man immer ein Päckchen Hefepulver und eine Dose Tomatenstücke im Schrank hat:
370 g Mehl
1Pk Trockenhefe
20 ml warmes Wasser
2 gute Schlucke Olivenöl
4 Prisen Salz
Eine Stunde gehen lassen ausrollen 25 min. bei 220 Grad
Bon Appetit!
Dienstag, 30. Oktober 2012
Stilleben mit Vitamin C - Absolut sichere Tips gegen Erkältung
Was hilft gegen Schnupfen und kalte Füße? Ich setzte auf alternative Medizin: Pizzareste und Tee. Hat noch immer geholfen.
Und natürlich noch eine Portion Vitamin C in Form von frischem Orangensaft. Vorsicht: Wirkt nur mit Strohhalm und Schlürfen!
Wichtig ist auch, nur auf warmen Kissen zu sitzen. Regelmäßige Päuschen sind unerlässlich.
Erinnert ihr Euch noch, wie Opa oder Mama am Bett saßen und der Triefnase die Lieblingsgeschichten vorgelesen haben? Sicherheitshalber lese ich die Bücher bei jeder mittelschweren Erkältung ;) Schaden kann es ja nicht!
Und wenn einem dann noch jemand Pfannkuchen vor die Haustür stellt! Der Teller stand da, als ich von meinen Erledigungen zurück kam. Ist das nicht nett?
Ich finde, dass dieser Service definitiv von und für alle Nachbarn angeboten werden sollte! Besonders in der Schnupfenzeit! Bleibt gesund und genießt den Abend!
Dienstag, 23. Oktober 2012
Lesen, lümmeln, laisser faire......
Warum es hier so still war in den letzten Tagen? Weil es sehr viel Arbeit gab und die freien Momente tatsächlich still waren. Es wurde nicht gewerkelt und nicht fotografiert. Der Akku der Kamera war am Sonntag morgen alle und meiner auch. Darum haben wir mal wieder unsere Taschen gepackt und dann ab in die Therme.
So. Nun ab in den Buchladen! Und morgen wird mal wieder gebastelt! Viele Grüße!
Daher gibt es heute hier Buchvorstellungen und ganz schön verspätete sieben Sachen nach Frau Liebe für die man seine Hände gebrauchen kann, ohne dabei auch nur im mindesten produktiv zu sein und ganz ohne Fotos.
1. Weiche Handtücher in eine Tasche packen. Dazu noch eine Granatapfel Haarspülung und den flauschigen Winterbademantel.
2. Pommes in das Dip-Schälchen tauchen und genüsslich verspeisen.
3. Im Liegestuhl liegend ein paar Buchseiten umblättern, und noch ein paar, und noch ein paar... mmmh, das macht müde....
4. huch, kurz weggenickt. Nun aber schnell noch eine Seite umblättern. Und vielleicht noch ein paar....
5. Abends dann in einem Haufen Sofakissen vergaben und die Teetasse halten.
6. Den Kopf streicheln, der da neben dem eigenen liegt.
7. Ab und an ein Schokowaffelröllchen in den Mund schieben.
Langweilig sagt ihr? Suuuuper entspannend sage ich!
Hier die Bücher:
1. Peter Härtlings "Hirbel" habe ich als Kind schon geliebt. Wenn man nun mit dem Abstand der Jahre noch einmal miterlebt, wie dieser kleine Knirps im Heim groß wird, dann blutet einem das Herz. Man lacht und weint mit Hirbel und kann ihn nur lieb haben. Ein Buch, das mit kinderleichter Sprache die tiefsten und grundlegendsten Themen des Lebens bespricht. Gute Kinderbuchautoren sind und bleiben die wahren Helden.66 Seiten, Gulliver Verlag. Knappe 6 Euro.
2. Der kleine Gedichtband "Galgenlieder" von Christian Morgenstern vereint großen Wortwitz, kindlich schlafliedartige Tiergedichte und große Melancholie. Eine einfach verrückte Textmischung. Anaconda, 2009. 93 Seiten. Kostprobe? Nur ein Sechszeiler von Seite 46:
Die beiden Esel
Ein finstrer Esel sprach einmal
zu seinem ehlichen Gemahl:
"Ich bin so dumm, du bist so dumm,
wir wollen sterben gehen, kumm!
Doch wie es kommt so öfter eben:
Die beiden blieben fröhlich leben.
3. Und schließlich die wunderbare Agatha Christie.
"Mord auf dem Golfplatz", hier in der Sammleredition von Scherz, 1990 zum 100. Geburtstag der Autorin, ist ein klassischer Hercule Poirot Krimi. Wunderbar schrullig, gut durchdacht und zum Mäuse melken! Ich bin nämlich noch dran und weiß wieder mal nicht, wer der Mörder ist. Obwohl es mein mindestens 55ster Christie-Krimi ist! Herrlich!
4. "Rotkäppchen und der böse Wolf" von Loewe in der Ausgabe für Jugendliche von 1992, heißt im Original "N or M", bzw "N oder M". Es geht um einen deutschen Spion im zweiten Weltkrieg, der in einem Gasthof in einem Küstenörtchen Englands zu wohnen scheint und nun ausfindig und unschädlich gemacht werden muss. Um einen von zweien um genauer zu sein, nämlich entweder N oder M. Welcher der Spione ist es also und wie kann man jemanden dingfest machen, wenn man aber auch gar nichts über ihn weiß? Die Zeit läuft und der Krieg schreitet voran! Hört sich diffus an, ist aber eine ganz wunderbar atmosphärische Geschichte, bei der nicht etwa Miss Marple oder Poirot die Ermittler sind, sondern das Ehepaar Tommy und Tuppence Beresford. Obwohl diese Figuren sowohl in den 20er Jahren, also in Christies frühesten Geschichten, als auch in ihrem letzten Roman vor ihrem Tode ermitteln, sind sie mit Abstand ihre unbekanntesten Figuren. Eigenartig, denn meiner Ansicht nach haben sie den meisten Charme und geben die wunderbarsten Einblicke in das England der Lebzeit Agatha Christies. Sie altern sozusagen mit, interagieren ganz wunderbar, durchleben die Kriege, werden Eltern und schließlich Rentner und ziehen Kriminalfälle scheinbar magisch an. Leider gibt es nur 5 Bücher mit den beiden, aber man kann ja immer wieder von vorne anfangen! ;)
So. Nun ab in den Buchladen! Und morgen wird mal wieder gebastelt! Viele Grüße!
Montag, 1. Oktober 2012
Ich schmier mir eine: Cremes selber machen
Während die Nudeln kochen bleibt immer wieder genug Zeit für kleine Selbermach-Projekte.
Ja da könnte man doch schnell noch.....
Etwas vorsorgen für das kommende Herbstwetter und die erste Erkältung!
Mit reiner Vaseline kann man Cremes machen, die völlig frei von Zusatzstoffen sind. Die eignen sich für ganz kleine Menschen, Allergiker und alle jene, die einfach wissen wollen, was sie sich da ins Gesicht schmieren.
Günstiger ist es alle Male, wenn man auch auf dolle Markennamen verzichten kann.
Ich habe heute einen Lippenbalsam mit Kamille gemacht und einen größeren Tiegel mit Japanischem Heilöl.
Letzteres habe ich in dem Buch "The big ass book of crafts" zum ersten Mal gesehen. Übrigens ein tolles Buch!
Dort wird es als Fußbalsam für raue und heiß gelaufene Füße angepriesen. Ich hatte aber eher vor, die berühmte Creme für verstopfte Nasen und verengte Bronchien nachzumachen. Man kann sie auf die Brust und unter die Nase reiben und bei Erkältungen vor allem nachts für Linderung sorgen.
Step by step geht das Ganze so und ist supersimpel:
Tiegel spülen und Vaseline für beide Cremes in einem Töpfchen schmelzen
Kamillenbalsam
Kamillenblüten mit einem winzigen Schlückchen kochenden Wassers übergießen und quellen lassen. Dann einen noch winzigeren Tropfen in einem Teil der Vaseline einmischen.
Kalt stellen und eventuell (bei mir war es so) nicht aufgenommene Flüssigkeit abschütten. Schließlich kann die Flüssigkeit mit der Zeit ranzig werden, wenn sie absteht. Aber wer zum Beispiel nicht nur seine spröden Lippen damit cremen möchte, sondern zum Beispiel für Babypos ohnehin Unmengen an Creme in nur einer Woche verbraucht, der muss sich über Haltbarkeit keine Gedanken machen und kann einfach immer neue Creme köcheln.
Im nachhinein kommt mir eine viel bessere Idee: Einfach in dem wasserdünnen geschmolzenen Sud die Kamille gleich ziehen lassen und dann einfach absieben. Mann wie blöd.... Ist doch viel einfacher und besser...
Minzcreme
Ca 20 Tropfen Japanisches Heilöl in den Rest der geschmolzenen Vaseline träufeln und gut verrühren. Anschließend in das Döschen füllen.
Et voila! Die wunderbare "Schnudelnasenwundermedizin". Spätestens wenn der arme Kranke Rücken und Brust liebevoll eingerieben bekommt ist alles schon viel besser! Und das ganz ohne Nebenwirkungen!
Selbstverständlich kann man jedes ätherische reine Öl wunderbar für solche Cremes verwenden und so eine eigene kleine Aromatherapie machen. Zum Beispiel mit Orangenöl und einem bisselchen Zimt. Oder mit Ro Rosenöl. Oder mit......
Jetzt seid ihr dran!
Viel Spaß!
Ja da könnte man doch schnell noch.....
Etwas vorsorgen für das kommende Herbstwetter und die erste Erkältung!
Mit reiner Vaseline kann man Cremes machen, die völlig frei von Zusatzstoffen sind. Die eignen sich für ganz kleine Menschen, Allergiker und alle jene, die einfach wissen wollen, was sie sich da ins Gesicht schmieren.
Günstiger ist es alle Male, wenn man auch auf dolle Markennamen verzichten kann.
Ich habe heute einen Lippenbalsam mit Kamille gemacht und einen größeren Tiegel mit Japanischem Heilöl.
Dort wird es als Fußbalsam für raue und heiß gelaufene Füße angepriesen. Ich hatte aber eher vor, die berühmte Creme für verstopfte Nasen und verengte Bronchien nachzumachen. Man kann sie auf die Brust und unter die Nase reiben und bei Erkältungen vor allem nachts für Linderung sorgen.
Step by step geht das Ganze so und ist supersimpel:
Tiegel spülen und Vaseline für beide Cremes in einem Töpfchen schmelzen
Kamillenbalsam
Kamillenblüten mit einem winzigen Schlückchen kochenden Wassers übergießen und quellen lassen. Dann einen noch winzigeren Tropfen in einem Teil der Vaseline einmischen.
Kalt stellen und eventuell (bei mir war es so) nicht aufgenommene Flüssigkeit abschütten. Schließlich kann die Flüssigkeit mit der Zeit ranzig werden, wenn sie absteht. Aber wer zum Beispiel nicht nur seine spröden Lippen damit cremen möchte, sondern zum Beispiel für Babypos ohnehin Unmengen an Creme in nur einer Woche verbraucht, der muss sich über Haltbarkeit keine Gedanken machen und kann einfach immer neue Creme köcheln.
Im nachhinein kommt mir eine viel bessere Idee: Einfach in dem wasserdünnen geschmolzenen Sud die Kamille gleich ziehen lassen und dann einfach absieben. Mann wie blöd.... Ist doch viel einfacher und besser...
Minzcreme
Ca 20 Tropfen Japanisches Heilöl in den Rest der geschmolzenen Vaseline träufeln und gut verrühren. Anschließend in das Döschen füllen.
Selbstverständlich kann man jedes ätherische reine Öl wunderbar für solche Cremes verwenden und so eine eigene kleine Aromatherapie machen. Zum Beispiel mit Orangenöl und einem bisselchen Zimt. Oder mit Ro Rosenöl. Oder mit......
Jetzt seid ihr dran!
Viel Spaß!
Donnerstag, 27. September 2012
Schwarz und weiß und umweltfreundlich - Meine erste Blog-Buchempfehlung
Ich bin einer dieser schwarz-weißen Menschen. Nicht in Sachen Kleidung, sondern in Sachen Einstellung. Und ich bin nicht stolz darauf! Nicht, dass ich zu allem eine Meinung hätte, im Gegenteil. Ich scheue mich gar nicht verlauten zu lassen, dass ich von einem Thema leider viel zu wenig Ahnung habe um in guter alter Stammtischmanier mitzudiskutieren. Oder auch mal anzumerken, dass es wahrscheinlich keine einfache Lösung a la "also ich würde da ja einfach mal..." zu geben scheint, wenn ein Thema komplex ist und tausende kluge Köpfe scheinbar noch keine Lösung gefunden haben. Aber innerlich bin ich eben schwarz weiß. Wenn ich einmal eine Meinung habe, dann ist die oftmals bombenfest und ich liebe etwas oder jemanden oder er/es hat gründlich verkackt (sorry). Prinzipienreiten führt aber leider auch zu extremem Unmut beim eigenen Scheitern. Auf der anderen Seite bedeutet die Zweifarbigkeit unermüdlichen Einsatz für eine Sache, sobald sie denn für gut befunden wurde.
Worauf ich hinaus will? Ich finde Umweltschutz toll. Und ich mache zu wenig dafür. Klar, wie die meisten. Ich stehe aber zum Beispiel auf Altes und Selbstgemachtes weil es nachhaltiger ist, weil es freundlicher ist für die Umwelt. Weil während des Suchens und Trödelns oder während des Machens unsere Gedanken darum kreisen und wir viel bewusster den Wert und die Notwendigkeit überdenken und wahrnehmen. Und weil wir es anschließend so viel lieber haben als irgendetwas, dass wir viel zu billig oder auch viel zu teuer und schlecht gemacht im Vorbeigehen erstehen oder uns von Werbung aufdrängen lassen.
So. Die Crux an der Sache? Wenn ich über Umweltschutz nachzudenken versuche und über Waschnüsse, regionale Metzgereien und saisonale Ernährung sinniere dann sehe ich den Sinn vieler Verzichte und Umstellungen ein, möchte gerne alles auf einmal verändern und scheitere natürlich noch am ersten Tag. Eben top oder flop, weiß oder schwarz. Und nun, tataaa:
Nun fiel mir also das Buch von Vanessa Farquharson in die Hände, die ein Jahr lang Tagebuch führt über die kleinen und großen Lebensumstellungen hin zu mehr Umweltfreundlichkeit. Mit viel Witz, ohne erhobenen Zeigefinger und mit Mut zum Scheitern. Gar nicht schwarz und weiß sondern sehr bunt, mit aufs und abs und wahnsinnig unterhaltsam. Es finden sich nachahmenswerte und zu vernachlässigende Tipps, amüsante Alltagsbeschreibungen und natürlich Passagen, die für uns eher "kulturwissenschaftliche Beobachtungen" sind. Wir Mitteleuropäer, die wir natürlich weniger Hirnschmalz darauf verwenden müssen, über energiesparende Wohnungs-Klima-Anlagen zu grübeln oder denen die Mülltrennung so leicht gemacht wird. Trotz dieser Unterschiede zu unserer Lebensrealität oder gerade deswegen liest sich das Buch ganz wunderbar! Es ist sehr erfrischend sein eigenes Verhalten zu überdenken, in Kontext zu setzen mit unserem kulturellen Umfeld und unserem Aufwachsen. Und weniger streng zu sein, sondern sich vielmehr zu loben für den Beginn der Veränderungen, für das Nachdenken, kleine Schritte... Und dann auch einmal lachen zu können wenn etwas in die Hose geht, schwer fällt, oder wenn Vanessas Katze Sophie auf den Teppich kotzt und die Arme sich leider nicht überwinden kann die Schweinerei anders zu beseitigen als mit umweltfeindlicher Küchenrolle.
Also, falls ihr nach Lektüre sucht.....
Worauf ich hinaus will? Ich finde Umweltschutz toll. Und ich mache zu wenig dafür. Klar, wie die meisten. Ich stehe aber zum Beispiel auf Altes und Selbstgemachtes weil es nachhaltiger ist, weil es freundlicher ist für die Umwelt. Weil während des Suchens und Trödelns oder während des Machens unsere Gedanken darum kreisen und wir viel bewusster den Wert und die Notwendigkeit überdenken und wahrnehmen. Und weil wir es anschließend so viel lieber haben als irgendetwas, dass wir viel zu billig oder auch viel zu teuer und schlecht gemacht im Vorbeigehen erstehen oder uns von Werbung aufdrängen lassen.
So. Die Crux an der Sache? Wenn ich über Umweltschutz nachzudenken versuche und über Waschnüsse, regionale Metzgereien und saisonale Ernährung sinniere dann sehe ich den Sinn vieler Verzichte und Umstellungen ein, möchte gerne alles auf einmal verändern und scheitere natürlich noch am ersten Tag. Eben top oder flop, weiß oder schwarz. Und nun, tataaa:
Nun fiel mir also das Buch von Vanessa Farquharson in die Hände, die ein Jahr lang Tagebuch führt über die kleinen und großen Lebensumstellungen hin zu mehr Umweltfreundlichkeit. Mit viel Witz, ohne erhobenen Zeigefinger und mit Mut zum Scheitern. Gar nicht schwarz und weiß sondern sehr bunt, mit aufs und abs und wahnsinnig unterhaltsam. Es finden sich nachahmenswerte und zu vernachlässigende Tipps, amüsante Alltagsbeschreibungen und natürlich Passagen, die für uns eher "kulturwissenschaftliche Beobachtungen" sind. Wir Mitteleuropäer, die wir natürlich weniger Hirnschmalz darauf verwenden müssen, über energiesparende Wohnungs-Klima-Anlagen zu grübeln oder denen die Mülltrennung so leicht gemacht wird. Trotz dieser Unterschiede zu unserer Lebensrealität oder gerade deswegen liest sich das Buch ganz wunderbar! Es ist sehr erfrischend sein eigenes Verhalten zu überdenken, in Kontext zu setzen mit unserem kulturellen Umfeld und unserem Aufwachsen. Und weniger streng zu sein, sondern sich vielmehr zu loben für den Beginn der Veränderungen, für das Nachdenken, kleine Schritte... Und dann auch einmal lachen zu können wenn etwas in die Hose geht, schwer fällt, oder wenn Vanessas Katze Sophie auf den Teppich kotzt und die Arme sich leider nicht überwinden kann die Schweinerei anders zu beseitigen als mit umweltfeindlicher Küchenrolle.
Also, falls ihr nach Lektüre sucht.....
(Vanessa Farquharson, Nackt schlafen ist bio. Bastei Lübbe, 2011.)
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